Schwarz-Rot-Gold

Ich sah Mitteleuropa von sehr weit oben, sehr dunkel und schwarz. An einigen Stellen war es wirklich tiefschwarz, zum Beispiel an einer Stelle, an der etwa Berlin liegen musste. Nach einiger Zeit sah ich ein riesiges goldenes Schwert sich langsam von West nach Ost über die gesamte Landkarte hinwegbewegen.

Plötzlich wurde, ganz ähnlich wie ein Tuch, das man zur Seite zieht, die Schwärze hinweggenommen. Darunter lag das Land, ich kann es nur als „nackt“ bezeichnen. Sofort begann sich das Land langsam rot zu färben, ähnlich wie eine Schürfwunde zu bluten beginnt oder sich Stoff langsam mit roter Farbe tränkt, bis das gesamte Land völlig blutrot dalag.

Ich hörte das Wort: „Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade viel mächtiger geworden!“ Dann verwandelte sich das rote Land langsam in glänzendes Gold.

 

Martin Baron
28.03.2003