Himmelsschleusen

Der Heilige Geist erwartete mich. „Komm!“, sagte er sanft.

Ich war glücklich wieder an einem dieser himmlischen Örter zu sein. Er brachte mich über einen dunklen Hügel. Ich sah einen sehr großen See. Das Wasser ist schwer zu beschreiben. Diese Farben gibt es hier auf der Erde nicht. Sie sehen sehr perfekt aus. Als wären die Farben auf der Erde nur der Schatten von diesen. Es war etwa durchsichtiges neon-dunkelblau. Sehr tief, sehr klar, sehr rein. Auf dem See hoben sich viele strahlend-türkise Lichtpunkte ab. Ich wusste nicht was das Bild darstellen sollte. „Heiliger Geist, was ist das denn dort, diese Punkte...ich kann es nicht ganz erkennen. Kannst du mich näher heranbringen?“

Sofort sah ich mich mit ihm am Wasser stehen. Ich sah eine Frau in einem weißen Gewand und einer roten Schärpe in dem seichten Wasser stehen. Sie hatte ein durchsichtiges Gefäß in der Hand und schöpfte Wasser. Es begann in ihren Händen türkis zu leuchten und irgendwie zu leben. Der Heilige Geist rief die Frau zu uns. Ich fragte, ob ich das Wasser anfassen könnte. Der Heilige Geist erlaubte es mir. Ich tauchte meine rechte Hand in die Schale. Es fühlte sich an, als würde das Wasser die Hand streicheln und ein bisschen so, als würde ein Baby die Finger fest umklammern. Als ich die Hand herauszog blieb die leuchtende Flüssigkeit an der Hand haften, wie dickflüssige Farbe. Ich hielt die Hand in das Licht und strahlende Regenbogen erschienen. „Möchtest du trinken?“, fragte mich der Heilige Geist. Ich nahm das Gefäß und trank drei Schlucke. Dann gab ich der Frau das Gefäß zurück. Sie nahm es und ging einen weiß gepflasterten Pfad entlang, bis sie zu einer dünnen Treppe kam, die sie herunterstieg.

Wir liefen langsam hinter ihr her. Plötzlich schien ich mich wieder weiter weg von dem See zu befinden. Nun sah ich etwas Erstaunliches. Der See war nicht völlig auf dem Land. Ein guter Teil lag auf einer großen eisernen Plattform. Sie sah aus wie eine große flache Schale, oder die Hälfte eines Stadions, und war an einer Klippe angebracht. Nebenher verlief die lange dünne Treppe, bis hinunter zu den Wolken, dann war sie nicht mehr zu sehen. „Was ist denn das?“, fragte ich. Der Heilige Geist antwortete lachend: „Das sind die Himmelsschleusen! Erkennst du sie nicht?“ Nun erkannte ich die Schleusen. Sie waren nicht wie auf der Erde. Es waren eher zwei riesige Tore, die schräg nach unten gerichtet waren, genauso gewölbt wie die Plattform. Davor standen genauso riesige Engel, die die Schleusen zu bewachen schienen. „Nicht mehr lange!“, sagte der Heilige Geist.  Ich war begeistert.

Dann stand ich oben an der Treppe. „Was hat es denn damit auf sich?“ Der Heilige Geist sagte nur: „Schau hin!“Gespannt sah ich mehrere Menschen die Treppe hinaufkommen. Ich bemerkte, dass sie zwar alle weiße Kleider an hatten, aber unterschiedliche Farben der Schärpen. Engel bewachten den Eingang. Manche der Menschen hatten gar keine Gefäße dabei, manche nur kleine und einige welche aus Ton. Sie schöpften Wasser aus dem See und trugen es dann die Treppe wieder hinunter. Einige sogar nur in ihren Handschalen. Dann sah ich Menschen, die nur ein Seil um die Hüften gegürtet hatten, anstatt einer Schärpe. Sie gingen nicht zu dem See, sondern  durch ein anderes Tor in einen Park. Dort wurden sie von weiß leuchtenden Personen in Empfang genommen und begleitet. Später sah ich, dass sie Briefe auf ein goldenes, mit Feuer überzogenes Podest legten. Danach gingen sie zu einem Becken und badeten dort. „Ihnen wird gedient!“, erklärte der Heilige Geist.

 

Die perfekte Bestätigung für dieses Bild war, dass später im Lobpreis das Lied „Rain down, open the Floodgates of Heaven“ gesungen wurde.

Damaris Baron