Bei einer Quintane handelt es sich um ein eigentümliches Gerät, das im Mittelalter zur Turnierausbildung und zum Training der Ritter verwendet wurde. Es diente zum Training im Lanzenstechen, norddeutsch auch heute noch Rolandreiten genannt.

Der Name leitet sich her von Quintana, dem fünften Lagerweg römischer Feldlager, auf dem tägliche Übungen mit der Lanze abgehalten wurden.

Auf einem Holzpfahl der mitten auf einem Trainingsfeld stand, wurde oben ein waagerechter Balken angebracht, der sich drehen konnte. Am einen Ende dieses Balkens war ein Schild angebracht, am anderen ein Sandsack oder – für Fortgeschrittene - auch eine echte Waffe, z.B. ein Morgenstern. Der hoch zu Ross sitzende Ritter – oder der, der es werden wollte – galoppierte los und versuchte mit seiner Lanze den Schild zu treffen, so, als würde er in einem echten Kampf oder Turnier auf einen Gegner zielen.

Je besser die Lanze den Schild traf, desto stärker wurde durch den Aufprall der Balken in Drehung versetzt, was zur Folge hatte, dass der Sandsack – oder was auch immer am anderen Ende des Balkens angebracht sein mochte – mit Schwung die Drehung vollzog und nun den Ritter auf seinem Pferd von hinten attackierte.

War dieser nicht geübt und gewandt genug um sich schnell zu ducken oder wegzudrehen, versetzte ihm der heran schwingende Gegenstand einen Schlag in den Rücken, der oft genug ausreichte, um ihn vom Pferd zu werfen, vielleicht sogar zu verletzen oder zumindest aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Sein eigener Angriff auf den Schild des „Gegners“, verursachte zwangsläufig einen Gegenangriff auf ihn selbst. Sein Attackieren des Schildes brachte automatisch eine Gegenattacke hervor, der er sich nur durch viel Übung entziehen konnte.

Dies ist ein interessantes Bild für die geistliche Situation, in die wir als Christen gestellt sind. Wann immer wir den Feind attackieren – und es ist uns geboten, dies zu tun – folgt eine „Retourkutsche“, und zwar meist in kürzester Zeit. Es liegt geradezu eine Zwangsläufigkeit darin. Unsere eigene Aktion ruft eine Reaktion hervor, unser Angriff den Gegenangriff.

Hast du dies vielleicht auch schon feststellen können? Wann immer Christen etwas für den Herrn tun, aktiv werden, voran gehen, insbesondere durch evangelistische Einsätze, Anbetung, Gebetsaktionen, Fasten usw., ist dies ein bewusster oder unbewusster Angriff auf den Herrschaftsbereich des Feindes.

Wo immer aktiv das Reich Gottes gebaut wird, kommt anschließend irgendetwas „von hinten“, um uns aus der Bahn zu werfen. Meist folgt eine unvorhergesehene Attacke an einer empfindlichen Stelle, an einer ungeschützten Front. Es fällt uns geradezu in den Rücken, im wahrsten Sinne des Wortes.

Viele Christen bekommen gerade wegen dieses Phänomens Zweifel und Fragen wie: „Gerade dann, wenn ich etwas für den Herrn tue, tauchen anschließend die Probleme auf! Warum schützt er mich nicht?“

Und mancher Christ hat sich schon aus dem „aktiven Kampfgeschehen“ verabschiedet, weil ihm diese ständigen Hiebe in den Rücken schlichtweg zu viel geworden sind. Er ist zu der Überzeugung gekommen, dass er, anstatt von Gott für seinen Einsatz belohnt zu werden, jedes Mal eine „reingewürgt“ bekommt.

Dabei ist alles, was ihm fehlt, das Verständnis, dass wir als Christen tatsächlich real in einem geistlichen Kampf stehen. Wann immer Christen in irgendeiner Weise geistlich aktiv werden, so eröffnen sie zwangsläufig den Kampf. Der Feind kann gar nicht anders, als zurückzuschlagen. Er muss es tun, es gehört zu seinen Prinzipien. Es ist in gewissem Sinne sein Job.

Damit wir nicht vom Satan übervorteilt werden; denn seine Gedanken sind uns nicht unbekannt.  
2.Korinther 2,11

Wenn wir uns bewusst sind, dass der Gegenangriff kommen wird, ja, dass wir selbst es sind, die den Sandsack erst in Bewegung gebracht haben, können wir uns vorbereiten um dem Schlag zu entgehen. Wir können trainieren, gewandt zur Seite zu weichen und den Schlag ins Leere gehen zu lassen.

Das Christenleben hat viel mit einem Training zu tun. Es geht darum, geübt und kampferprobt zu werden. Gewappnet, ausdauernd und einsetzbar. Wir sollen routiniert darin werden, seine Schläge ins Leere gehen zu lassen. Wir sollen siegreich sein, wir sollen – wie es in Epheser 6 heißt – stehen bleiben:

Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen bleiben könnt! 
Epheser 6,12-13

Gott hat mehr für dich!