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Seid Menschen gleich, die auf ihren Herrn warten
Lukas 12,36

Ein eindrücklicher und ernster Traum von Gisela vermittelt uns eine wichtige Botschaft: Der Bräutigam kommt unerwartet und anders als gedacht. Es gilt sich wirklich dafür bereit zu machen und genau dort zu sein, wo Er uns erwartet, wenn Er wiederkommt.

 

Maranatha 
Der Bräutigam kommt unerwartet und anders als gedacht!

Ich träume so intensiv, dass ich beim Aufwachen verwundert bin, dass ich im Bett liege.

Mein Traum:

Ich befinde mich in einer Menschenmenge von Gläubigen.

Diese stehen aufgereiht an einer Straße. Die Straße ist frisch geteert, sauber gefegt und sogar geschmückt. Ich schaue näher hin und erkenne Palmenzweige, die auf der Straße liegen. Auch viele Gläubige halten Palmenzweige in ihren Händen. Sie wedeln damit in der Luft. Einer steckt den anderen an, ihn nachzuahmen. Ich gewinne den Eindruck, die Menschen erwarten eine wichtige Persönlichkeit, ich sehe aber niemanden…

Mir fällt auf, dass jeder, der am Straßenrand steht und auf diese wichtige Person wartet, festlich gekleidet ist: die Männer mit einem Anzug, Hemd und Krawatte, die Frauen mit hübschen Kleidern und selbst die Kinder tragen saubere „Sonntagskleidung“.

Ich vernehme ein lautes Rufen: „Wir sind hier genau richtig! Wir erwarten Jesus! Er kommt bald!“ Ich höre auch: „Maranatha, der Herr kommt bald!“

„Da will ich dabei sein“, denke ich. „Ich will Teil der Braut sein, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.“

Gerade will ich mich einreihen, irgendwo einen Blick auf die Straße erhaschen, die Kairos-Zeit nicht zu verpassen. Schließlich will ich Jesus sehen, wenn Er kommt.

Ich spüre plötzlich eine innere Unruhe oder Warnung.

„Sei wachsam alle Zeit! Achte auf Mein Reden und überprüfe alles nach Meinem Wort!“ Ich empfinde dieses Rufen der Menschenmenge eher als unangenehm und störend. Was stört mich daran? Es ist irgendwie kein Leben darin, denke ich. Es ist ein Event, eine Veranstaltung bestimmter Menschen, die einer sichtbar privilegierten Gruppe angehören.

„Herr, was meinst Du?“ frage ich.

Ich werde plötzlich eine Ebene höher getragen und beobachte:

Viele Menschen werden auf diese Veranstaltung aufmerksam und wollen dazu gehören. Sie sind aber nicht festlich gekleidet. Manche tragen eher Lumpen, sind verwundet, schmutzig und hungrig. 
Die „Sonntags-Christen“ wehren ihnen den näheren Zugang. Um zu verhindern, dass solche „unwürdigen“ Menschen sich in ihre Gruppe einreihen, grenzen sie ihr Gebiet  mit Ketten ab.
Diese Kettenabsperrung ist nicht zu überwinden. Nur durch passende Kleidung und passendes Benehmen, welches kontrolliert wird, ist ein Näherkommen möglich. Die suchenden Menschen oder interessierte Menschen wenden sich enttäuscht ab und entfernen sich von diesem Ort.

Gottes Geist richtet meinen Blick in eine entgegengesetzte Richtung: 
Ich sehe am Rande der Gesellschaft unzählbar viele Menschen. Sie sind hungrig, durstig, schmutzig, verletzt, ohne Hoffnung. Sie sind arm, gefangen, getäuscht oder enttäuscht. Sie schreien lautlos um Hilfe. Ich entdecke ein Licht über ihnen aufgehen und bemerke, dass dieses Licht von helfenden Menschen ausgeht. Diese Menschen strahlen Liebe aus, sie verteilen weltliche Güter, sie legen Hände auf, sie beten, sie ermutigen und sie rufen den Menschen die gute Nachricht von Jesus zu. Sie benutzen dieselben Worte wie die „Sonntags-Christen“: „Maranatha, unser Herr kommt bald!“ Sie fügen individuell noch eigene Worte hinzu, welche die Menschen einladen, Jesus kennen zu lernen und auf Ihn zu vertrauen…

Das Licht um sie herum leuchtet heller und heller. Plötzlich kommt Bewegung in diese unvorstellbar großen Menschenmengen am Rande der Gesellschaft, im Abseits stehend, abgelehnt!

Ich sehe Jesus!!!

So strahlend hell, so voller Liebe, so barmherzig, so tröstend, in königlicher Autorität und Würde und dennoch einer von ihnen, den „Unwürdig Benannten“.

Jesus teilt Jedem, der Ihn dort erwartet, der sich gerade mitten in der Ernte arbeitend befindet, um Menschen zu retten, ein weißes Gewand und berührt deren Stirn mit Seinem Finger. Eine Krone versiegelt nun die Stirnen dieser helfenden aktiven Christen, die in Nächstenliebe handeln.

Jesus verteilt unendlich viele weiße Gewänder auch an die Menschen, die Ihn gerade erst erkannt haben, die gerade erst von Ihm gehört haben und Ihn in ihr Leben einladen wollen. 
Es gibt keinen Unterschied mehr zu erkennen: jeder Einzelne ist würdig gekleidet in einem Gewand der Gerechtigkeit. Lauter Jubel ist zu hören, so laut, dass die Gläubigen an der frisch geteerten Straße aufmerksam werden. Von einem Moment zum anderen begreifen sie, Jesus kommt. Jesus ist bereits gekommen. Einige versuchen, dorthin zu gelangen. Andere folgen ihnen.

Ich erschrecke sehr, denn ich begreife: die Ketten der Abgrenzung sind den „Sonntags-Christen“ zum Verhängnis geworden. Die Ketten sperren sie ein und verhindern ein Näherkommen zu Jesus.

 

Ich bin so dankbar, dass ich auf die Warnung von Gottes Geist gehört hatte, wachsam zu sein, Gott selbst zu fragen. 
Ich kann die Bedeutung dieses Traumes nicht voll erfassen, doch das Geträumte wühlt mich innerlich auf. Es gibt also zwei Gruppen von Gläubigen. Ich erinnere mich an die Aussage von Jesus: „Ich kenne euch nicht.“ 
Ich bin dankbar, dass ich durch Gottes Führung Seine vorbereiteten Werke ausgeführt habe, auf jeden Fall viele davon. 
Ich bin ganz neu dankbar für unser Fastenlager, wo wir für den Einsatz im Erntefeld trainiert werden. 
Diese Christenmenschen hatten die vermeintliche Sicherheit, durch ihre Lebensübergabe auf der sicheren Seite zu sein. Sie glaubten der Zusage „Für immer gerettet“. Und nun?

Wie können wir diese vermeintlich „sicheren“ Christen warnen oder erreichen? 
Wie können wir verhindern, dass sie Kettenabsperrungen errichten? 
Wie sieht Gott die Gemeinde unserer Zeit? 
Wie kann sie Teil der Braut sein oder werden? 
Wer lehrt sie das durch lebendige Worte, ohne zu richten oder zu spalten?

Mein erstes inniges Gebet dazu ist wie ein Flehen zu Gott: 
„Heiliger Geist, komme mit Deinem Feuer der Erweckung und brenne alles Falsche weg. 
Gieße Deinen Geist aus und schenke neue Erkenntnis Deiner selbst. 
Führe uns zur ersten Liebe zurück! 
Führe in Buße und Umkehr, fange bei Deiner Gemeinde an. 
Wecke die Schlafenden auf oder zeige uns, welche Weckrufe wir erklingen lassen sollen. 
Fülle unsere Lampen mit Öl und erwecke uns zu lebendigen Christen, die aktiv in Deiner letzten Ernte arbeiten in der Nachfolge, wie sie Jesus gebührt: „Nicht mehr lebe ich, sondern Jesus in mir!“

Unser Ruf „Maranatha, unser Herr kommt bald!“ soll Zeugnis geben, begleitet durch unsere vollständige Hingabe an unseren Herrn und Erlöser, an unseren Bräutigam!

 

 

Siehe auch den Gottes Haus Text „Von der Torheit der Unwürdigen“