…dass ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch 
Joel 3,1

Vor exakt 7 Jahren publizierte das Missionswerk ‚Christus für alle Nationen‘ einen aufrüttelnden Aufruf der Evangelisten Reinhard Bonnke und Daniel Kolenda. Es sind Worte, die wie Posaunenstöße wirken:

„Wir erleben eine große, übernatürliche Bewegung Gottes in Afrika. Millionen werden errettet, mit dem Heiligen Geist erfüllt, der Gemeinde hinzugefügt, geheilt und befreit. Unzählige starteten in ein Leben in der Nachfolge des Herrn. Doch was ist mit den Ländern Europas? Ist das, was in Afrika geschieht, in Europa unmöglich? Die Zeit ist gekommen, es anders zu sehen! Auch Europa kann unter der Kraft des Evangeliums umgestaltet werden, denn es ist die größte Kraft zur Veränderung, die es auf der Erde gibt.

Einer weit verbreiteten Ansicht nach kann man Afrikaner leicht gewinnen, wohingegen Europäer ‚harte Nüsse‘ sind. Das ist Unsinn. Die afrikanische Kultur war fremden Einflüssen gegenüber traditionell eher feindselig eingestellt. Über einhundert Jahre lang lebten und starben Missionare in Afrika, rangen mit komplexen, unüberwindlichen Problemen und es bekehrte sich kaum eine Person. Die Geschichte Afrikas zeigt keinesfalls, dass ‚europäische Importe‘, oder was danach aussah, willkommen geheißen wurde. Der Schwarze Kontinent forderte viele christliche Märtyrer – und tut es bis heute.

Unser Herr hat indes keine afrikanischen oder sonstigen Vorlieben. Er hat auch keine Vorurteile. Afrika hat exklusive Gnade oder besondere göttliche Unterstützung weder erbeten noch erhalten. Die Grundvoraussetzungen, von denen man vielleicht denkt, dass sie für eine Erweckung notwendig wären, existierten dort jedenfalls mit Sicherheit nicht.

Vor Jahrzehnten pflanzte Gott mir die Vision eines ‚blutgewaschenen Afrikas‘ in mein Herz. Zu jener Zeit war ich Mitarbeiter einer kleinen Missionsstation und predigte manchmal zu Versammlungen von nur fünf oder sechs Personen. Ein blutgewaschenes Afrika war eine wilde Fantasie, nicht dazu geeignet, empfindsame Leute damit zu behelligen. Doch die Vision bewegte mich Tag und Nacht und weigerte sich schlichtweg zu verschwinden. Meine Reaktion war zu Beginn sehr zögerlich, doch irgendwann begann ich, mit dieser Vision voranzugehen. Es war, als ob ich – wie Mose – in der Wüste an den Felsen geschlagen hätte. Ströme begannen zu fließen und seit über dreißig Jahren sind sie nicht ausgetrocknet.

An welche Art Gott glauben wir als Christen in Europa? An einen Gott, der in Afrika allmächtig und in Europa ohnmächtig ist? Wenn der Herr es vermag, auf afrikanischem Boden in nur sechs Tagen über eine Million Menschen zu retten, dann kann er das Gleiche überall vollbringen.

Die Vision eines von der Kraft des Evangeliums erreichten Europas kann dann Realität werden, wenn wir daran glauben und dementsprechend handeln. Wenn wir nichts tun, wird nichts geschehen. Gott braucht uns keine inspirierenden Visionen zu geben, um zu zeigen, was wir tun können, sondern um zu zeigen, was Er tun kann. Ergreife die Vision!

Jesus kam, um das zu suchen und zu retten, was verloren ist. Dazu sind wir als Europäer definitiv qualifiziert. Wenn es jemals einen geeigneten Zeitpunkt für Jesus gibt, um in Europa zu wirken, dann jetzt. Es ist an der Zeit, groß zu denken und sich nicht zufrieden zurückzulehnen, weil wir unseren eigenen kleinen Rasen gemäht haben. Wir sind die einzigen Weltveränderer, die es hier gibt. Moden unterliegen der Zeit, doch das Evangelium ändert den Lauf der Geschichte.

Unsere Städte gleichen vielleicht denen in Kanaan, umgeben von Mauern, die bis zum Himmel zu reichen scheinen, geradezu eingemauert in Unglauben. Doch lasst uns nicht vergessen, dass die Mauern Jerichos fielen. Die Mauern des Unglaubens in Europa zerbröseln bereits.

Die Worte in Joel 3,1 werden wahr: Und danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch.

Im Jahr 1904 kamen ein paar Dutzend Schwarze und einige Weiße in einer halb abgebrannten Scheune am Rande von Los Angeles zusammen, glaubten an Joel 3,1 und sprachen in Zungen. Die Leute hielten es für einen Witz. Aber was war das für ein Witz! Statistiken sprechen heute von etwa 700 Millionen pfingstlich-charismatischen Christen – das sind 10 % der Weltbevölkerung. Wenn einige Dutzend in weniger als einem Jahrhundert zu 700 Millionen werden können, was können diese 700 Millionen dann werden? Es ist Zeit, an die Arbeit zu gehen.

Die Verheißung Gottes in Habakuk 2,14 ist ausreichend für uns: Denn die Erde wird davon erfüllt sein, die Herrlichkeit des HERRN zu erkennen, wie die Wasser den Meeresgrund bedecken.

Die Wasser werden den Boden des Meeres bedecken und es wird keinen einzigen trockenen Flecken geben. Kein Intellektueller und kein teufel kann das verhindern.“

Reinhard Bonnke