Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes. 
Römer 8,19

Dass der Wind die Ähren heilt

Gott gab mir zu unserem Fastenlager ein Bild: 
Ich sehe ein riesiges Weizenfeld, die reifen Ähren reichen bis zum Horizont. Die Köpfe der Halme haben sich schon geneigt, sie sind bald reif zur Ernte. So, wie die Felder auch jetzt draußen bei uns. In der Mitte des Bilds kniet ein Mensch, ganz tief und ganz nah bei den Ähren. Seine Hände berühren, streifen durch die goldgelben Weizenhalme. Es ist ein wunderbares Gefühl in seinen Händen. Doch der Mensch ist im Herzen verzagt. Neben den reifen Ähren gibt es so viele schwarze Ähren ohne Frucht. Durch Krankheit und Fäulnis zerstört. Und er weiß, sie sollen herausgerissen und verbrannt werden. Aber das kann er nicht akzeptieren. Und Tag und Nacht bittet er Gott für ein Wunder, dass Gott den Wind des Geistes sendet, der über das Feld weht und alle Ähren heilt. 
In der Szene gibt es keine Geräusche. Alles ist ganz still. Der Mensch ist ganz allein mit seiner Sorge und Liebe für die Ähren. Es geht um sein Inneres.

So sehr hat Jesus die Welt geliebt.

Ich glaube Gott will uns, will mir, sagen, dass Erntehelfer manchmal im Feld knien und für jeden einzelnen Halm bitten. Dass sie ein Herz für das ganze Feld haben, so, wie Jesus. Das ist eine zutiefst innere und ganz persönliche Frage an unser Herz. Denn die Liebe Christ übertrifft alle Erkenntnisse und nur sie erfüllt uns mit der ganzen Gottesfülle. Nur seine Liebe überwindet unser Ego, unsere Weltfurcht, unsere eigenen Vorstellungen und unsere Grenzen.

Unabhängig von unserem gemeinsamen Weg im Fastenlager ist die Ernte eine Frage an jedes einzelne Herz von uns. Ganz still, ganz intim.

Oh Herr, ich bin wahrhaft nichts Besonderes, viel zu unvollkommen. Aber du sendest mich eben so in die Ernte. Und nun knie ich vor dir und flehe um deinen Geistwind. Jesus, ich spüre deine Liebe für die Welt in meinem Herzen; nicht so vollkommen wie du, aber echt… und tief. Und ich erahne dein Herz. 
Vater, gedenke an jeden einzelnen Menschen, wie du ihn gebildet hast im Mutterleib. Wie du dich an ihm gefreut hast. Gedenke an deine Barmherzigkeit, du liebst uns wie eine Mutter liebt. Vater, vor der Ernte, umwehe du noch einmal jede einzelne Ähre mit deinem Atem des Lebens. 
Und segne uns, dass wir vor der Ernte noch rufen, heilen und nach Hause lieben können. Dass wir es einfach tun müssen. Jesus lass uns deine Liebe mehr und mehr verstehen, dass durch uns die Gottesfülle in der Welt offenbar werden darf. Wir bitten nicht nur um einen „Awakening Train“ - sondern um einen „Awakening Storm“! 
Du weißt es am besten: Deine Liebe bleibt! 
Amen

Hartmut

 

Drei Buchstaben

Plötzlich sah ich einen großen hebräischen Buchstaben. Obwohl ich kein Hebräisch kann, wusste ich, dass es ein hebräischer Buchstabe war. Ich wollte mir gerade Stift und Papier holen, um ihn aufzumalen, da kam schon der nächste Buchstabe und danach noch ein dritter Buchstabe. 
Ich holte mir schnell ein Buch und schlug nach, ob es diese Zeichen wirklich in der Buchstabenübersicht gab. Natürlich gab es sie, hat mich jetzt nicht überrascht.

Der 1. Buchstabe, den ich sah, war das Lamed

Der 2. Buchstabe das Qoph

Der 3. Buchstabe das Resch

Ich habe erst mal gebetet, dass mir der Heilige Geist sagen sollte, was das für uns für eine Bedeutung hatte. Ich schlug dann im Buch „Hebräisch in sechs Tagen“ nach.

Das Lamed steht für Antriebsstock aus Ägypten, es steht für „Geh“.
Zitat aus dem Buch:
„Wenn Israels Gott sich Seines bedrängten Volkes erbarmt, wenn schließlich die vorbestimmte Zeit gekommen ist, um aus Ägypten wegzuziehen, aus dem Doppelland mit seinem Elend und seinen Verführungen, seinen Fleischtöpfen und Melonen, ist doch noch ein besonderer Antrieb nötig.“ 
Es hat mich sehr an deine Worte gestern erinnert.

Das Qoph steht für Nadelöhr. 
Wir müssen alles loslassen, um durch das Nadelöhr zu passen. Der Zahlenwert 100 deutet genau wie die Zahlen Eins und Zehn, auf den Beginn einer neuen Zeit hin. 
Zitat aus dem Buch: 
„Nach 100 Zeiten oder 100 Erfahrungen kommt auch für jedes Mitglied des Gottesvolkes die eigene einzigartige Lebensaufgabe in Sicht... diese neue Phase beginnt mit Abstandnehmen und Loslassen von allem Eigenen... Wer nicht durch das Nadelöhr gegangen ist, wer zu stark festsitzt in seiner Habe, wer lieber in Babel bleiben will, kann kein Ältester sein.“

Ältester oder Anführer sein, ist die Bedeutung von Resch, dem 3. Buchstaben, den ich gesehen habe. 
Der Älteste hat eine doppelte Aufgabe, er ist Kohen und Melekh – Priester und König. Der Priester ist mit dem Gesicht zu Gott gerichtet, der König ist mit dem Angesicht zur Gesellschaft gerichtet, lenkend und helfend. Beide haben eine besondere Verbindung zu dem Einen dem Aleph, sie rufen zu einer radikalen Umkehr zu Gott auf, sie sind wie Herolde der Befreiung, eine Verkörperung des kommenden Messias Jesus.

Mir fällt dazu ein, dass sich die ganze Schöpfung nach dem Erscheinen der wahren Gottessöhne sehnt.

Für mich sind diese drei Buchstaben auch die Vorbereitung auf die Ernte. Ein wahrer Gottessohn zu werden, die reine Braut, ein Erntearbeiter. 
Altes hinter sich zu lassen und zu gehen, auf Gottes Befehl hin. 
Durchs Nadelöhr gehen, also loslassen was uns noch festhält, auch alte Strukturen loslassen. 

 

Die Einladenden

Ich sah einen Weg sehr karg, am Rand standen Menschen, die andere auf dem Weg einluden zur Quelle des Lebens zu kommen. Die Einladenden sahen sehr müde und enttäuscht aus, manche bluteten, andere hatten zerrissene Kleider an. Die Menschen, die auf dem Weg gingen, hörten die Einladungen gar nicht oder wollten sie nicht hören. Sie waren sehr beschäftigt.

Dann wechselte die Szene.

Ich sah eine wunderschöne Blumenwiese und eine Wasserquelle, aus der kristallklares Wasser floss. Die Leute, die vorher als Einladende am Wegrand standen, waren jetzt im Wasser, sie jauchzten vor Freude. Die Menschen, die vorher achtlos an den Einladenden vorüber gingen, sahen diese fröhlichen Menschen und rannten plötzlich auch zur Quelle und hüpften hinein und tauchten in diesem reinen Wasser unter.

Vielleicht hat mir Gott damals schon die Ernte gezeigt. Dass es leicht sein wird, weil wir direkt mit der Quelle verbunden waren, in Seine Herrlichkeit eingetaucht waren.

Es hat mich sehr an das Bild erinnert, dass du Martin, Sigrid geschenkt hast. Draußen Wüste, im Tor eine blühende Oase.