Denn der HERR, dein Gott, wird dich segnen in all deinem Ertrag
5.Mose 16,15

Irgendwann gegen Mitte seines Lebens wurde George Washington Carver berufen, nach Alabama zu ziehen, um seinen schwarzen Mitbürgern, die nach dem Ende der Sklaverei, die Ländereien dort erhalten hatten, landwirtschaftlich unter die Arme zu greifen.

Auf seiner Reise zu seinem Zielgebiet fielen ihm die karge Landschaft und die mageren Baumwollplantagen auf. Sein neues „Institut“ war ein Stück ödes Land. Mit einer Handvoll Studenten baute er sich ein Gebäude und versuchte auf einem Versuchsland, die miserable Erdqualität zu verbessern. Er wusste durch seine vorherigen Forschungen schon, wie er vorgehen musste, hatte dann seine Mühe, die Studenten davon zu überzeugen, keine Baumwolle anzubauen und dass das, was er tat, sinnvoll war. Diese wurden jedoch recht bald überzeugt, dass sie ihm vertrauen konnten.

Er baute mit ihnen die Erdnuss an, die bis dahin höchstens als Schweinefutter bekannt war und an manchen Wegrändern wuchs. Nach ein- oder zweimaligem Erdnussanbau hatte der Boden durch den Stickstoffstoffeintrag so viel Qualität zurückgewonnen, dass sie wieder ihre geliebte Baumwolle anbauen konnten und die Ernte war – in den Augen der Studenten überraschend – die beste, die sie wahrscheinlich je gesehen hatten.

So weit so gut – was das Testgelände anging. In der Folgezeit mühte er sich jedoch jahrelang vollkommen vergeblich damit ab, die in Alabama ansässigen Bauern davon zu überzeugen, den jämmerlichen Baumwollanbau zu pausieren, um stattdessen auf Erdnüsse zu setzen. Die ehemaligen Sklaven waren nichts anderes als Baumwolle gewohnt und wollten partout nicht einsehen, warum die Erdnuss sinnvoll sein sollte, da sie auch nach der Vorstellung von etlichen Produkten, die Carver inzwischen aus Erdnüssen produziert hatte (z.B. Farbstoffe, verschiedenste Lebensmittel, Shampoo ...), stur ihren Weg des Altbewährten gingen. Insgesamt entwickelte Carver im Laufe seines Lebens 300 Anwendungen für die Erdnuss.

Eines Tages nutzte er seine famosen Fähigkeiten als Koch und bereitete ein ausgezeichnetes Menü mit verschiedenen Speisen und Getränken, zu denen er die Bauern einlud. Sie lobten die Speisen und Getränke sehr und waren über den Maßen überrascht, dass Carver als einzige Zutat nur Erdnüsse verwandte.

Dennoch hielten sie weiter an ihrer Baumwolle fest – bis eines Tages von Mexiko aus der Baumwollkäfer einwanderte und die ohnehin kärgliche Ernte an Baumwolle nahezu restlos auffraß. Jetzt waren die Bauern erstmals für die Erdnuss bereit. Schon nach einem Anbau konnten sie wieder Baumwolle anpflanzen und hatten eine überragende Ernte. In der Folgezeit wechselte sich bei ihnen der Erdnuss- und der Baumwollanbau ab.

Ich empfinde, dass das Verhalten und die Ablehnung gegen diese neuen Wege viele unserer Gemeinden im Westen beschreibt – und vielleicht auch uns als Einzelne. Man hält an dem Altbewährten fest, als wäre es der letzte Strohhalm – schließlich hat es doch immer schon so funktioniert (oder auch nicht wirklich). Wie sagt man in manchen „sinnlosen“ Gemeindeversammlungen: Der Teppich bleibt grau, denn grau hat sich bewährt.

Gott sagt dir: "Gib Mir den alten Strohhalm. Er ist es nicht wert, das Leben und die Flüssigkeit sind längst aus ihm entwichen."

Viele von uns sind jahrelang mit Jesus unterwegs, manch ein Weg mag sich eingeschlichen haben, von dem wir der Meinung sind, dass es Sein beabsichtigter Weg mit uns wäre – schließlich gab es auch immer wieder die ein oder andere Frucht (ein wenig Baumwolle = z.B. Nachwuchschristen aus den christlichen Familien) zu ernten. In unserer Gewohnheit der bekannten Wege sind wir blind und taub dafür geworden, dass der Heilige Geist keinesfalls so starr ist, wie unsere Konzepte und Boxen, in die wir Ihn gern (oft auch einfach unbewusst) eingesperrt haben.

Vielleicht haben wir auch selbst - z.B. über YouTube „Prediger der Erdnuss“ gesehen, doch dann kommt unser beliebtes: „Ja, aber...“. 
Wenn du oder ich vielleicht auch mal diese Antwort geben: Was steckt eigentlich wirklich hinter dem aber? Ist es eventuell einfach ein Mangel an Glauben und Vertrauen? Angst wirklich loszulassen und uns selbst ganz und gar zu sterben und in 100%ige Hingabe hineinzukommen – nicht nur 90% oder 99%?

Ich empfinde, dass der Heilige Geist jeden von uns erneut fragt: 
„Vertraust du wirklich Mir und Meinen Wegen und glaubst du, dass Ich Wege mit dir gehe, die die Ströme lebendigen Wassers aus deinem Leib freisetzen? Oder bleibst du lieber in dem Gewohnten, in dem vermeintlich Sicheren? Wenn Ich dir sage: Baue „Erdnüsse“ an, bleibst du bei der „Baumwolle“? Oder folgst du Mir auch dann bedingungslos, wenn du den Nutzen überhaupt nicht verstehen kannst? 
Ich bin ein Gott, der es liebt, weit über deinen Verstand hinaus zu wirken. Dazu brauche Ich dein Vertrauen und deinen Gehorsam zu 100% – wie soll Ich dich sonst nutzen können, Mein geliebtes Kind?“

Ich glaube, dass die Zeit bald kommt, in dem die „Baumwollkäfer“ all das Altbewährte abfressen werden, alles wird untergehen, in dem nicht das Leben des Geistes ist. Das Leben des Geistes ist frisch, es ist dynamisch, oft überraschend. 
Die alte Baumwolle hat den Anschein von Leben – schließlich ist sie ursprünglich aus dem Leben hervorgegangen, – ist inzwischen aber zur leblosen Tradition verkommen. 
Der Prozess von lebloser Tradition zum frischen Leben des Geistes geht nur über das Kreuz: Erkennen der falschen Richtung; Bereitschaft umzukehren; Eingeständnis, dass wir nicht diejenigen sind, die den Plan machen, geschweige denn immer verstehen müssen oder können. Buße ist erneute völlige Hingabe an Gott und Seine wundervollen Wege.

Schließlich empfinde ich, dass wir dafür beten können, dass uns, die wir uns aufgemacht haben in diese Vorbereitung für die Ernte, die Augen dafür aufgetan werden, wo der Wind des Geistes jetzt weht und dass wir mehr als bereit sind, Buße zu tun und die fruchtlosen Wege allesamt hinter uns zu lassen, sodass wir „in der Neuheit des Lebens wandeln“. Und lasst uns besonders auch für die Gemeinden und Christen beten, die momentan noch in Traditionen etc. festsitzen, dass Gott noch viele von ihnen mit in die Ernte schicken kann.

Niels

 

Tanyas Armenspeisung in Südafrika