Die Ernte aber ist die Vollendung des Zeitalters
Matthäus 13,39

Die für uns wichtigste Aussage zum gesamten Themenkomplex Ernte finden wir in Jesu Gleichnis über das Unkraut unter dem Weizen:

Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging weg. Als aber die Saat aufsprosste und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut. Es kamen aber die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn Unkraut? Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sagen zu ihm: Willst du denn, dass wir hingehen und es zusammenlesen? Er aber spricht: Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des Unkrauts gleichzeitig mit ihm den Weizen ausreißt. Lasst beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune!
Matthäus 13,24-30

Etwas später erklärte Jesus Seinen Jüngern die Bedeutung dieses Gleichnisses noch einmal detailliert und führte aus:
 

Der Feind aber, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte aber ist die Vollendung des Zeitalters, die Schnitter aber sind Engel. Wie nun das Unkraut zusammengelesen und im Feuer verbrannt wird, so wird es in der Vollendung des Zeitalters sein. 
Matthäus 13,39-40

Deutlicher kann man es nicht ausdrücken. Die Ernte ist die Vollendung des Zeitalters. In der Luther-Übersetzung heißt es: Die Ernte ist das Ende der Welt. Wenn irgendetwas ein Hinweis für das Ende dieses gegenwärtigen Zeitalters ist, dann ist es zweifellos diese Ernte. So sollten wir vor der Wiederkunft Jesu eine große Ernte für das Reich Gottes erwarten, eine Erweckung der Christenheit, eine nie gesehene Ausgießung des Heiligen Geistes, eine gigantische Welle von Bekehrungen, übernatürliche Kraftwirkungen wie zur Zeit der Urgemeinde, eine gewaltige Freisetzung von Zeichen und Wundern u.v.m.

Die Vollzahl der Nationen (Römer 11,25) muss als geistliche Ernte in Gottes Scheunen hineingebracht werden, bevor der Herr in all Seiner Herrlichkeit wiederkommen wird. Für uns bedeutet das, dass es unmittelbar vor Jesu Wiederkunft zu weltweiter Evangelisation in bisher noch nicht gesehenem Ausmaß kommen wird. Evangelisation bedeutet Ausbreitung des Herrschaftsbereiches Gottes. Menschen werden gerettet, von Neuem geboren und beginnen ein neues Leben unter der Herrschaft und Autorität Gottes; sie kommen von der Finsternis ins Licht.

Dieses Gleichnis spricht davon, dass diese große Ernte und ebenso auch die Trennung von Weizen und Unkraut am Ende des Zeitalters stattfinden wird. Dies geschieht zeitgleich, parallel, nebeneinander. Es kommt zur Trennung von Gut und Böse, das, was Unkraut ist, wird gesammelt, um irgendwann durch göttliches Feuer vernichtet zu werden. Während der Erntephase kommt es zu einem immer deutlicher hervortretenden Reich Gottes und dem immer offenkundiger werdenden Reich der Welt unter der Herrschaft satans. Es kommt zu Licht inmitten der Dunkelheit:

Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein großes Licht. Die im Land der Finsternis wohnen, Licht leuchtet über ihnen. Du vermehrst den Jubel, du machst die Freude groß. Sie freuen sich vor dir, wie man sich freut in der Ernte, wie man jauchzt beim Verteilen der Beute. …  Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. 
Jesaja 9,1-5

Die Freude in der Ernte und das Einbringen des Ernteertrages galten schon im Alten Testament als prophetisches Bild für das Ende des Zeitalters.

Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da rückt der Pflüger nahe an den Schnitter heran und der Traubentreter an den Sämann, und die Berge triefen von Most, und alle Hügel zerfließen. 
Amos 9,13