Bete mit uns!

Wir haben für dich Video-Clips mit Gebeten für verschiedene Lebenssituationen vorbereitet. Diese Gebete sind so formuliert, dass du sie nach- oder mitbeten kannst. Wir sind sicher, dass Gott eingreifen wird und sich deine Situation verändern wird, wenn du diese Gebete im Glauben ergreifst und mit ganzem Herzen mitsprichst. 

Gebetsanliegen einsenden

Wir stehen gerne gemeinsam mit dir für deine persönlichen Anliegen im Gebet ein. Gott will in deine Situation eingreifen. 

Der Kompass

Das Licht, das mich am Anfang begleitete, hatte sich langsam in gnadenlose Dunkelheit verwandelt, die alles um mich herum verschlang. Ich wusste nicht mehr, wie sich Licht anfühlte und wie es sich anfühlte, Farben zu sehen. Mit dem Licht waren auch Zuversicht, Hoffnung und Geborgenheit verschwunden und nach und nach auch die Liebe.

Liebe? Hoffnung? Glaube? Was waren das für Worte? Sie drangen durch meinen Kopf wie Spott und Hohn.

Mit den Händen fuhr ich über den eiskalten Boden, auf dem ich saß. Ich fühlte Scherben und schnitt mich sogleich an ihren scharfen Kanten. Warmes Blut floss mein Handgelenk herab.

Ich hätte gerne geweint, doch ich wusste nicht mehr wie man das tat.

Was soll ich nur machen? In mir wirbelten die Gedanken.

Kann mir denn niemand helfen? Laut rief ich meinen Hilferuf in die alles erfassende Dunkelheit hinein, doch er klang nur dumpf ab. Ich schloss die Augen, obwohl dies genauso dunkel war wie vorher. Meinen Kopf legte ich auf die Knie. Nun wollte ich warten, bis ich an der Finsternis und Einsamkeit starb.

Plötzlich schreckte ich auf! Ein Laut drang an mein Ohr. Leise, kaum hörbar. Ich riss meine Augen auf, die dennoch nichts sehen konnten.

Ich bekam Angst. Was würde jetzt geschehen? Was kam da auf mich zu? Ich drehte mich um. Ein leichter Schimmer, weit weg, erregte meine Aufmerksamkeit. Ganz klein sah ich einen hellen Punkt, es sah aus wie ein winzig kleiner Stern an einem pechschwarzen Nachthimmel. Wärme erfüllte mein Herz.

Was war das für ein Gefühl, das ich nun fühlte und das sich an die Stelle der Angst gesetzt hatte? Welches Wort könnte es beschreiben? Ach ja! Es war Hoffnung! Kein Zweifel.

Nun setzte ich alle meine Konzentration an den kleinen Stern, der immer größer und heller zu werden schien.

Ich wollte aufstehen und ihm entgegenrennen, doch etwas hielt mich zurück. Eine Stimme, die mir zuflüsterte: „Hirngespinste! Wie könnte in diese, deine Dunkelheit, jemals Licht kommen? Lauf schnell weg … weg von hier, es könnte gefährlich sein! Tödlich!“

Ich blieb sitzen und hörte der Stimme zu.

Doch plötzlich hörte ich etwas anderes: Jemand rief meinen Namen! Wie konnte das sein, schoss es mir durch den Kopf? Wer weiß, dass ich an diesem Ort lebe?

Die Stimme redete nun lauter auf mich ein und wurde immer drängender, während die andere Stimme sanft und liebevoll immer wieder nach mir rief. Ich versuchte, mich auf die sanfte Stimme zu konzentrieren. Bald merkte ich, dass dadurch die drängende Stimme fast verstummt war.

In warmes Licht gehüllt sah ich nun eine Person auf mich zukommen. Sie selbst schien zu leuchten. An ihrem Gewand schillerten Edelsteine in Farben, von denen ich nicht einmal geträumt hatte.   

Tränen benetzten mein Gesicht und … ich fühlte wieder! Alle möglichen Gefühle – schöne Gefühle – belebten meine Sinne und mein Denken. Die Person war nun ganz nah.

„Wer bist du?“, flüsterte ich.

„Ich habe dich gesucht!“

„Aber warum?“, fragte ich flüsternd weiter.

Die Person lächelte. „Du hast doch um Hilfe gerufen!“

„Woher kennst du meinen Namen?“

„Ich kenne jeden Namen, ob im Licht oder in der Finsternis.“

Nun schaute ich auf den Boden. Überall lag Schmutz und Dreck, der es nicht wert war, von dem wunderbaren Licht erfasst zu werden. Schnell versuchte ich ihn zur Seite zu schieben, doch es ging nicht. Die Person griff nach meiner Hand. „Lass!“, sagte sie. „Ich kenne diesen Ort und mich interessiert der Dreck nicht. Er verdient es nicht, dass man ihm Aufmerksamkeit schenkt. Ich habe ja alles gesehen.“

„Ich will hier nicht mehr wohnen“, weinte ich, „nimm mich mit in das Licht, bitte!“

„Ich habe gehofft, dass du das sagst. Ich werde dich an einen Ort führen, der schöner ist als das Licht. Allerdings ist es meine Aufgabe, noch andere zu suchen, doch ich werde dir das Einzige geben, das dir den Weg dahin zeigen kann.“

Die Person holte ein kleines Kästchen aus ihrem Gewand hervor. Sein goldener Schein war das Schönste, was ich je gesehen habe. Wertvolle Edelsteine, Rubine und Smaragde schmückten sein Äußeres.

„Pflege es und achte gut darauf, denn es ist ein unbezahlbarer Schatz.“ Ich nahm das wertvolle Kästchen in Empfang und öffnete es. Helles Licht strahlte mir entgegen und umhüllte mich völlig.

Wunderbare Melodien durchdrangen die Dunkelheit und ich konnte wieder frei atmen. Was für ein wunderbares Gefühl!

„Danke!“, sagte ich, erfüllt mit Glück.

„Gern geschehen! Folge nur dem Weg, der dir gezeigt wird!“, antwortete die Person und ging weiter in die Dunkelheit. Dabei rief sie einen anderen Namen, den ich nicht kannte.

Ich betrachtete meinen Schatz und war so erfüllt von Glück, dass ich unentwegt weinte.

Es war ein Kompass! Ein Kompass, der mir einen Weg zeigte. Ich wusste nun, wohin ich gehen musste. Die Nadel zeigte auf Nord-Ost. 
Und auf dieser Leitnadel stand in schönen Initialen ein Name:

JESUS

 

Ein Text von Damaris Katrin Baron