Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Rut 1,16

Gott ist ein Gott der Wiederherstellung!

Wer kennt sie nicht: Rut, die Frau, die mit Naomi zieht in ein unbekanntes Land zu einem Gott, den sie nur vom Hören-Sagen kennt.

Als Naomi den Entschluss fasste, wieder in ihre Heimat zurückzukehren, will Rut unbedingt an ihrer Seite bleiben. Sie, die eigentlich nichts mehr zu verlieren hatte – denn das, was sie hatte, hatte sie verloren – sie findet sich im Tal der Entscheidung ihres Lebens wieder. Und sie ergreift die Chance, die sich ihr bietet und entscheidet sich für das Land, das Leben und den Gott Israels:

Rut sagte zu Naomi: Dringe nicht in mich, dich zu verlassen, von dir weg umzukehren!  Denn wohin du gehst, dahin will auch ich gehen, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da will auch ich sterben, und dort will ich begraben werden. So soll mir der HERR tun und so hinzufügen – nur der Tod soll mich und dich scheiden. 
Rut 1,16-17

Es war gerade Erntezeit, als sie mit Naomi in Bethlehem ankam. Ja, sie war am richtigen Platz angekommen, dort, wo sie hingehörte. 
Sie beginnt in der Ernte. Erst sind es nur kleine Anfänge: sie sammelt die Ähren ein, die die Schnitter liegen lassen. Versorgung für sie und Naomi ist da.

Dann lernt sie Boas kennen. Sie begegnet dem Löser und er heiratet sie. Von da an verändert sich aufs Neue ihr ganzes Leben. Und Jahwe, der Gott, den sie als mein Gott bezeichnet hatte, beschenkt sie mit einem Sohn!

Der Bericht des Buches Rut ist ein starkes prophetisches Bild für unsere Zeit. Die Felder sind reif geworden, die Zeit der Ernte ist angebrochen. Menschen werden als lebendige Ähren in das Reich Gottes eingesammelt und kommen nach Beth-Lechem, in das Haus des Brotes.

Rut ist ein Bild für die Braut aus den Nationen. Sie scheute weder die Hitze noch die Arbeit und gab im Gehorsam ihr Leben hin, um Naomi zu dienen, damit Brot im Haus sein würde. Sie, die doch eigentlich „nicht dazu gehören“ durfte, findet den Löser – den Erlöser - und kommt zu dem Gott Israels und zum Leben im Volk Gottes!

Welch eine prophetische Zusage: Menschen, die fern von Gott sind, sie werden im Tal der Entscheidung stehen und sie werden von Gott hören, und nicht nur das: sie werden sich für Gott entscheiden!

Rut wurde Teil des Stammbaumes der königlichen Linie Davids und damit der Messianischen Genealogie. Welch eine dramatische Wende in ihrem Leben und welch ein großartiges Bild für uns!

Die durch die prophetischen Worte angekündigten Erschütterungen sind mehr als deutlich. Die Bedeutung von Prophetie in diesen endzeitlichen Erntetagen wächst. Wir als Sein Volk werden mehr und mehr Träume, Visionen, Bilder und Aufträge durch den Heiligen Geist bekommen, der uns anleiten wird, in der richtigen Weise voranzugehen. 

Es wird eine andere Art von Ernte sein, die wir erleben werden. Der Herr tut etwas Neues! Es wird schnell gehen. Denn der Tag ist weit vorgerückt und Jesus selbst geht mit uns und bricht uns das Brot. Er setzt unsere Herzen in Brand. Wir werden vielleicht empfinden, dass wir vor einem Berg der Unmöglichkeiten stehen. Doch Gott selbst hat uns einen Stab der Autorität in unsere Herzen gegeben und auf ihm steht der Name Jesus! Er bewegt sich mit uns im Übernatürlichen und wir werden Großes im Natürlichen ausführen können. Denn Christus ist in uns – die Hoffnung der Herrlichkeit! Die Pforten der Hölle werden die Erntearbeiter nicht überwinden! Sie stehen unter dem Blut des Lammes, sie haben ein Zeugnis in ihrem Mund und sie halten nicht an ihrem eigenen Leben fest. Sie sind Überwinder in Christus Jesus, unserem Herrn.

Sigrid Baron