Zum Livestream - 18:00 Uhr

Fürchte dich nicht, du Erdboden! Juble und freue dich! Denn der HERR hat Großes getan.
Joel 2,21                                          

Ein beraubtes, geplündertes Feld
14.03.2022

Ich bin wie gewohnt „mit Gott unterwegs“. Ich freue mich darauf, fast täglich Zeit beim Wandern in freier Natur mit Gott und häufig von Gottes Geist geleitet, zu verbringen. 
Hier werden für mich Worte aus der Bibel lebendig, weil Gottes Geist mir diese durch Seine Natur oder durch Gleichnisse unserer Zeit erklärt.

So wandere ich heute am 11.03.2022 einen wunderschönen Weg durch die Natur meiner Heimat im Schwarzwald. Mein Rückweg wird von Gott anders gelenkt als ich es geplant habe. Ich soll ein Stück des Rückweges entlang einer verkehrsreichen Straße laufen, was mir persönlich nicht sonderlich gefällt. Nun gut, ich bin gespannt, was Gott mir hier zeigen möchte.

Es dauert eine Weile und ich bin genervt von den Geräuschen der Autos, von dem harten Teerweg und besonders davon, dass ich nichts sehe. 
Ich sehe nichts Besonderes und denke, ich hätte mich getäuscht und solle besser einen Feldweg einschlagen. 
„Geh weiter!“ vernehme ich, während mein Blick sehnsüchtig auf die Naturwege in nächster Nähe fällt. „Habe Ich dir nicht zugesagt, Ich würde dir etwas Besonderes zeigen?“ Also marschiere ich weiter.

Meine Füße protestieren wegen der Wegbeschaffenheit, was ich ignoriere. 
Meine Ohren melden Bedenken wegen der lauten Geräusche in Bezug auf Tinnitus-Beschwerden an, denen ich gebiete zu schweigen. 
Meine Gedanken verselbstständigen sich in Ungeduld und Missmut, welche ich zum Einsturz bringe (so habe ich es ja als guter Christ gelernt).

Aber irgendetwas stimmt nicht mit mir. Erst als ich mich entscheide, diesen von Gott gewählten Weg zu akzeptieren und die Freude am Herrn als meine Stärke zu proklamieren, ändert sich schlagartig etwas. Ich empfinde Freude! Über was eigentlich? Ich sehe zartes junges Grün durch Teer-Risse hervorsprießen. Ich staune über die Kraft dieser zarten Pflanzen, dem harten Boden die Stirn zu bieten. Ein gelber Zitronenfalter fliegt dicht vor meiner Nase vorbei. Ich staune über die Vielfalt der Natur inmitten der Häuserreihen, dicht an dicht. Am Ortsausgang liegt rechts von meinem Weg ein riesiges Feld, welches einen starken Kontrast zu der gerade bestaunten farbenfrohen Natur darstellt. Genau auf dieses Feld lenkt Gottes Geist meinen Blick und fordert mich auf, näher hinzuschauen.

Ich sehe wiederum eigentlich nichts. Nichts Besonderes. Eher verurteile ich innerlich den Besitzer dieses Feldes. Er hat sein Feld vernachlässigt. Er hat den Mais abgeerntet und dann das Feld sich selbst überlassen.

„Dieses Feld ist dein Erntefeld!“ höre ich. Ich bin verwirrt, um nicht zu sagen, entsetzt! Ein Riesenfeld voller toter Maispflanzen. Ich liebe den lösungsorientierten Ansatz und starte direkt gedanklich mit ersten Planungen: Ich benötige dringend Arbeiter für die Ernte. Spontan bete ich darum. Ich werde alles umpflügen und Saat in den Boden säen. Und dann werde ich später ernten.

„Stop!“ vernehme ich. „Die Zeit der Aussaat ist vorbei! Die Zeit ist reif für die Ernte! Es ist zu spät, noch neu zu säen und auf Wachstum zu warten. Es ist nicht die Zeit, neue Programme zu entwickeln und neue Gebäude zu bauen. Es ist nicht die Zeit, Religion zu studieren und zu lehren. 
Ich bin der Herr über Raum und Zeit und Ich bin der Herr der Ernte. Ich habe lange gewartet und geschwiegen und ihr habt euch gefragt „Wo ist unser Gott?“. Ich verirre Mich nicht und Ich schlafe nicht wie so viele von euch. Ich habe alles im Blick und alle gesehen, die mit Tränen gesät haben und Ich sehe bereits, wie sie mit Freuden ernten werden.“

Ich betrachte erneut das tote Maisfeld und denke, dass dieses Feld keinen Ernteertrag vorzuweisen hat. „Und ich soll der Besitzer dieses Feldes sein? Das ist nicht fair!“ überlege ich. „Wozu gibt Gott ausgerechnet mir so ein totes Feld?“ Ich finde keine geeigneten Lösungsvorschläge, ich kapituliere vor Gott und frage Ihn.

„Betest du nicht um die Erweckung der Totengebeine? Glaubst du nicht an die Auferstehung eines großen Endzeitheeres, welches in diesem Tal der Entscheidung zu neuem Leben findet? Nichts anderes siehst du hier. Tote Pflanzen, abgeerntet! Ihrer Frucht beraubt von einem Besitzer, der die Früchte besitzen will, sich aber nicht um sein Land kümmert.

Höre zu! Höre zu! Höre, was Ich dir sage und gebe es weiter an Mein Volk! Ihr erwartet Erweckung. Ja, sie kommt! 
Ihr erwartet eine reiche Ernte. Ja, sie kommt. 

Eure Seele erwartet ein Feld, bereit zur Ernte mit reifer Frucht. Aber Ich gebe euch weitaus mehr! Bereitet euch darauf vor, dem Tod zu begegnen und den Tod zu besiegen im Namen Jeshua Ha Maschiach! 
Bereitet euch darauf vor, Geraubtes, Geplündertes und Abgefressenes zurückzufordern. Es gehört euch. Der feind muss alles zurück erstatten. Das sagt Mein Wort! 

Du hast Glauben, reife Früchte zu ernten? Das kann jeder im System der Welt. 
Du hast Glauben, da wo nichts ist, das Nicht-Seiende in Existenz zu rufen; da wo Tod ist, Leben hineinzusprechen! Denn du handelst in der Autorität Meines Reiches. 
Ihr alle, ein jeder von euch, die ihr Mir nachfolgt, werdet Mein Reich aufbauen und Meinen Willen ausführen. Ihr schenkt Mutlosen Hoffnung, Trauernden Freude, Kranken Heilung und setzt Gefangene frei. Ihr werdet größere Dinge tuen als Jeschua. 

Hört zu! Bereitet euch darauf vor, Verlust, Zerstörung und Tod in die Augen zu schauen und zu wissen und zu glauben, dass der feind weichen muss und noch mehr: er muss alles Geraubte zurückerstatten. 
Ihr seid Meine Sprachrohre. Fordert den Raub zurück! Setzt die Gefangenen frei und ruft sie herbei aus dem Norden, dem Süden, dem Osten und dem Westen, umzukehren, sich zu heiligen, um Meinen Heiligen Berg zu besteigen. Weckt Tote auf! Sprecht Neues Leben in zerstörtes Leben! Mit euren natürlichen Augen seht ihr Zerstörung, Leid und Tod. Mit euren geistlichen Augen seht ihr, was Ich sehe und ruft es in die Realität! Mit euren Ohren hört ihr die Schreie von Angst, Schrecken, Schmerz, Verlust und Entsetzen. Mit euren geistlichen Ohren hört ihr, was Ich höre: Lobpreis und Dank sei dem Herrn der Herren und dem König der Könige, der uns Rettung schenkt. 
Ihr hört die Jubelrufe der himmlischen Heerscharen, die sich über Meine Gerechtigkeit freuen. Ihr hört das Jubeln der Felder, des Landes und der Tiere und stimmt mit ein. Bereitet euch darauf vor!“

Zurück im Weltsystem, am Straßenrand des Wohnortes, betrachte ich das tote Maisfeld erneut. Ich sehe hunderte von beraubten und geplünderten Menschen. Ein Halm für einen Menschen – hunderte Halme für hunderte Menschen. Ich sehe ihre Wurzeln, die noch letzten Halt im vertrockneten Erdreich, dem Reich der Welt finden und auf Rettung hoffen. Ich sehe und höre den Regen der Gerechtigkeit Gottes und spüre, dass Gott auf meine Antwort wartet.

Ja, ich nehme Deinen Auftrag an. Mit Deiner Hilfe kann ich Größeres tun, als ich selbst von mir denke. Dein Reich komme und Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Gisela Krieger