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Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade noch viel mächtiger geworden
Römer 5,20

Dr. Arnd Kischkel hatte bereits im Jahr 2001 eine bemerkenswerte Vision, die das, in das wir gerade hineingehen, eindrücklich und präzise beschreibt.

In einer Vision sah ich einen hohen Felsen, der in einer Gebirgslandschaft andere Erhebungen überragte, und der wie ein Anziehungspunkt auf viele wirkte, die unterwegs waren, um erfolgreich zu sein, und die darauf aus waren, Einfluss und Macht auszuüben. Dieser Felsen schien immer mehr zu wachsen und die Menschen, die zu ihm unterwegs waren, wirkten entschlossen und entschieden, diese Höhe zu bezwingen und sie setzten ihre ganze Kraft und ihren Mut dazu ein hinaufzukommen. …

Mit einem Mal veränderte sich etwas in dieser Landschaft und eine Reihe von Kriegern brachen hervor. Sie saßen auf weißen Pferden und sie waren gerüstet mit glänzenden Waffen. Ihre Häupter schienen gesalbt und ihre Hände entschlossen, die Menschen, die zu den Felsen unterwegs waren, mit dem Licht des Evangeliums zu überwinden. Aber die Menschen schienen zunächst völlig auf ihr Klettern und ihren Aufstieg bedacht zu sein.

Wie in einem Wettlauf schienen sie sich übertreffen zu wollen, wer am schnellsten die gefährlichsten Steilwände bezwingt. Als wenn es um die letzte Möglichkeit ginge, sich den Sinn des eigenen Lebens zu beweisen, so kämpften sie um den ersten Platz des Erfolges. Auf den Felsklüften sah ich große Namen geschrieben, sie hießen Konkurrenzdenken, Eigensucht, Fremdenfeindlichkeit und Ausschweifung. …

In diesem Moment brach über dem Gebirge ein himmlisches Unwetter herein. Wie man es von Blitzen bei einem Gewitter kennt, so schlugen Engel mit flammenden Schwertern an die Felsen, und diese kamen ins Wanken. Schließlich verlor auch der große Felsen seinen Halt und mit großem Donnern fielen die Höhen in sich zusammen und die Menschen, die an ihnen emporkletterten, stürzten mit hinab.

Es sah aus, als wenn ein gewaltiger Thron, der angebetet worden war, in sich zusammenbrach. Und die Menschen, die nun unter ihm begraben wurden, schienen selbst keine Kraft mehr zu haben, sich in Sicherheit zu bringen. Viele schrien nicht einmal um Hilfe.

Nach diesem Einsturz bot sich ein Bild des Schreckens. Überall zwischen Geröll und Steinen konnte man Menschen sehen, die jeglichen Halt verloren hatten und die ihre Hände nicht einmal mehr dazu gebrauchten, sich von Schutt und Staub zu befreien. Schließlich erkannte ich aber Personen, die versuchten, trotz ihrer Verletzungen aufzustehen und die begannen umherzuschauen. Viele von ihnen rieben sich die Augen, als wenn sie zum ersten Mal sehen würden. Sie schauten zu dem Platz, wo der große Felsen gestanden hatte. Sie schienen sich zu fragen, warum er sie so beherrscht hatte.

Plötzlich erschienen die Reiter auf den weißen Pferden, sie brachen hervor, als wenn sie auf diesen Moment nur gewartet hätten. In ihren Gesichtern konnte man den Glanz des Herrn Jesus erkennen. Sie waren von Mut erfüllt, den Notleidenden zu helfen und die Herabgestürzten zu retten. Sie waren von einem Feuer beseelt, dass dem aus der Zeit der frühen Kirche zu gleichen schien. Und ihre Schwerter, die sie zogen, führten sie in Vollmacht und Autorität. Diese Armee von deutschen Kämpfern und Kämpferinnen schien das Eigentümlichste zu sein, was diese Nation je hervorgebracht hat. Sie wirkten wie Engel, die ihr Land noch einmal für den Himmel erobern wollten. … 

Mit der Zeit veränderte sich die Landschaft Europas und Deutschlands. Nach dem großen Einsturz wirkte diese Region zunächst wie eine verlassene stillgelegte Firma, man sah noch die stattlichen Gebäuden, die Türme der Wirtschaft, und die großen monumentalen Bauwerke der Postmoderne. Alle diese Einrichtungen ließen sich aber nicht mehr erfolgreich bewirtschaften. Das Gericht der Engel führte dazu, dass ein Geist der Zwietracht, der Unordnung und der Ablehnung an diesen Orten herrschte, sodass Misserfolg an der Tagesordnung war. Dies führte zu einer Arbeitslosigkeit, die so groß wie vor dem Dritten Reich war. Es führte zu einer Rebellion an den Schulen, weil die Auszubildenden keine Perspektive mehr sahen. Es führte zu Massenprotesten auf der Straße, weil die Menschen sich um ihre Existenz sorgten, und es bedeutete das Ende der Wohlstandsüberheblichkeit Europas. …

In diese Untergangsstimmung hinein erscholl der Klang einer Posaune vom Himmel und es war so als wenn die Gemeinde in Deutschland sich vom Boden erhob. Wie in den Tagen der Reformation war sie plötzlich in aller Munde. Man hörte vom Norden und vom Süden und von Westen und vom Osten Nachrichten über große Taten, die Gott unter Seinen Kindern tat. Und viele Menschen wurden neugierig und ließen sich von der Freude der Gegenwart des Heiligen Geistes anstecken und fanden zum Glauben an Jesus.

Viele andere blieben aber zurück. Sie hörten wohl von den Wundern Gottes, aber sie trafen eine endgültige Entscheidung, sich nicht für Sein Reich zu öffnen. Man konnte erkennen, wie Vereinzelte zögerten und sich dann doch von der Liebe des Herrn überwinden ließen. Aber insgesamt war es erstaunlich, wie viele fernblieben, obwohl sie eine solche Zerstörung in ihrem Land erlebt hatten.

Dennoch wuchs die Gemeinde und erlebte eine Blüte, wie sie es in Deutschland noch nicht gegeben hatte. Zum ersten Mal stand diese Gemeinde in der ungeteilten Kraft des Heiligen Geistes. Und zum ersten Mal war sie freigesetzt, ihre Berufung zu erfüllen und mit ihren Gaben vielen Menschen zu dienen. In der deutschen Gemeinde konnte man sehen, wie viele Mitarbeiter sich für Barmherzigkeitsdienste engagierten. Ebenso konnte man erkennen, wie viele sich für Ausländer einsetzten und andere als Missionare in anderen Nationen dienten. Die Kirche in Deutschland gewann immer mehr Ähnlichkeit mit heutigen Christen in Entwicklungsländern. Genau wie dort die Gemeinde existentiell den Nöten der Menschen begegnet, genauso übernahm sie ihre Dienste.

Mit der Zeit konnte ich eine Veränderung in den geistlichen Gemeinschaften Deutschlands erkennen. Wie sie vorher versucht hatten, die Gestrauchelten aufzufangen, so entwickelten sie sich immer mehr zu Stätten, in denen geistliche Leiter ausgebildet wurden. Diese Leiter wurden aber nicht dafür geschult, Einrichtungen und Kreise im eigenen Land zu führen, sondern sie wurden trainiert, Feldzüge im Reich Gottes in andere Länder hinein durchzuführen. Diese Feldzüge waren nötig geworden, weil in Europa das Elend und die Not überhandgenommen hatten. …

In Israel schien es zu gleicher Zeit ebenso zu erheblichen Veränderungen gekommen zu sein. Die Menschen dort erlebten einen der größten Umbrüche ihrer Geschichte. Sie schienen einen Krieg hinter sich zu haben, indem sie einen großen Teil ihres Glaubens und Vertrauens zu sich selbst und den anderen Nationen verloren zu haben schienen. Sie wirkten wie nach einem aufreibenden Wettkampf, den sie ganz knapp verloren zu haben schienen. Die Enttäuschung und Entmutigung waren vielen Menschen in Israel ins Gesicht geschrieben und sie schienen auf der Suche nach ihren Wurzeln und ihrer geistlichen Identität zu sein. …

Ich sah, wie viele Mitarbeiter und Leiter der Gemeinde nach Israel reisten, und wie sie mithalfen, dort neue Gemeinden und neue Werke zu gründen. Es entwickelte sich eine Zusammenarbeit von deutschen und israelischen Christen, wie es sie in der Geschichte noch nicht gab. Die christliche Kirche in Israel schien dabei immer näher zu wachsen. Und schließlich gab es keine Nation, die so sehr mit Israel verknüpft war wie die deutsche.

Die Reiter auf dem Pferde, die Deutschland inzwischen eingenommen hatten, leuchteten mittlerweile in all der Finsternis, die gekommen war und sie waren längst zu einer Heerschar einer erweckten Gemeinde geworden. Überall im Land geschahen solche aufsehenerregenden Zeichen der Gegenwart Gottes, dass man schließlich von einer regelrechten Einnahme des Landes durch die Christen sprechen konnte.

Mittlerweile gab es keinerlei Namenschristentum mehr und wie in einem Erweckungsgebiet entstanden wunderbare neue Formen von Anbetungsliedern und intensivem geistlichen Leben.

Das Leben in Deutschland veränderte sich daraufhin wesentlich. Diese Nation war mittlerweile mit den umliegenden Ländern Europas so eng verknüpft, dass sich eine Staatengemeinschaft herausbildete, die sich zunehmend an Deutschland zu orientieren schien. Die Grundlage für dieses neue Einheitsgefühl schien aber jetzt von der Gemeinde und ihren Werten bestimmt zu sein. Und das bedeutete, dass in den Ländern Europas mehr die Verantwortung für arme Länder wahrgenommen wurde.

Schließlich konnte ich die Landkarte des Kontinentes vor mir sehen. Die Grenzen zwischen den Völkern in der Mitte Europas schienen immer mehr zu verwischen und sie schienen eine gemeinsame Regierungsbildung vorzunehmen. Dies schien aber auch aus der Not heraus gewachsen zu sein und nicht mehr nur, um wirtschaftlich noch mehr Einfluss zu nehmen. Daraufhin sah ich, wie Scharen von Engeln in diese Region zogen und sie einen neuen Segen des Vaters überbrachten.

Und ich erkannte, wie Jesus ein großes Buch in Seine Hand nahm. Dieses Buch schien bisher noch nicht geöffnet worden zu sein. Es schien versiegelt und bis auf diesen Tag bewahrt worden zu sein. Doch jetzt nahm es der Herr, öffnete es und sagte:

„Die Menschen in Europa haben nun ihr Haus auf den Fels gebaut. Mein Sturm hat das alte Haus des Kontinents zum Einsturz gebracht, aber Meine Liebe hat ein wirkliches Zuhause hervorgebracht. Ich segne Europa mit den Gaben, die Ich schon immer diesen Völkern vermachte. Sie dürfen für die Nationen wie Vater und Mutter und sie sollen ein Haus der Barmherzigkeit und der Hingabe sein.

In diesem Buch stehen geschrieben die Namen aller Meiner jüdischen Schwestern und Brüdern, die in diesem Kontinent ihr Leben verloren haben. Jeden ihrer Namen kenne Ich persönlich und jeden ihrer Namen hätte Ich Ihnen im jüngsten Gericht vorgetragen. Ich lege dieses Buch nun vor die Nationen Europas.“

Mit einem Mal schien dieses Buch mitten in der Gemeinde in Deutschland und den umliegenden Ländern zu liegen. Das bedeutete, dass viele Christen begannen, sich um jüdische Mitbürger zu kümmern, und dass es viele gab, die zum Glauben an Jesus fanden. …

Das Wirken des Heiligen Geistes erreichte zu diesem Zeitpunkt seinen Höhepunkt. Die Wiederherstellung der deutschen Kirche schien nichts anderes zu erlauben, als dass eine Versöhnung zwischen jüdischen und deutschen Gläubigen in ihrer Mitte sich ereignete. Und ich sah, wie sich Tore des Himmels öffneten und ich hörte Jesus sagen:

„Deutschland und Israel sind wie zwei Brüder geworden. Der Hass zwischen ihnen ist verloschen und sie haben ihre Bestimmung füreinander erkannt. Aus dem Jäger ist ein Hüter geworden und aus dem Gejagten ein Herr. So wie der Frieden zwischen beiden gewachsen ist, so vergebe Ich dem deutsche Volk seine Schuld.“

 

Dr. Arnd Kischkel

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