Die dunkle Wolke

 

 

Zweiteiliges prophetisches Bild

1. Die dunkle Wolke

Ich stehe auf einer dunklen, pechschwarzen Ebene die etwas nachgiebig und „wabbelig“ ist. Alles um mich herum ist schwarz. Doch sogleich sehe ich etwas entfernt rotes Flackern und dahinter etwas Weißes. Dann realisiere ich, dass ich auf so etwas wie einer schwarzen „Wolke“ stehe.

Ich blicke hinter mich und es ist alles schwarz wie ein dunkler Sack. Nicht einmal Lichtreflexe sind zu sehen, es herrscht echte Finsternis.
Doch vor mir lodern die Flammen gewaltig hoch auf. Es ist wie eine Feuerwand aus roten Flammen, die durchaus erschreckend auf mich wirkt. Hinter dem Feuer leuchtet es strahlend hell und weiß. Es dauert einige Zeit, bis ich verstehe, um was es sich hier handelt. Die Wolke, auf der ich stehe, brennt. Vor mir sehe ich den Rand eines Feuers, das ein Loch in diese schwarze undurchdringliche Masse hinein gebrannt hat und immer mehr von der schwarzen Substanz verzehrt.

Die schwarze Wolke erstreckt sich, soweit das Auge sehen kann, in jede Richtung. Doch die kreisförmige Öffnung frisst mit einem Ring aus roten Flamen unaufhaltsam immer mehr um sich und vernichtet das schwarze Gespinst.

Durch die Öffnung strahlt es hell und leuchtend weiß empor, was mich etwas irritiert, da ich denke, dass das Licht doch von oben – vom Himmel – nach unten kommen muss.
Ich weiß, dass im Bereich dieser Öffnung der Himmel über dem Land offen ist.

Als ich auf das Geräusch der Flammen achte, vernehme ich ein Prasseln wie bei einem normalen Feuer, doch ich höre auch ein Zischen, wenn die schwarze Masse vergeht. Ich höre noch genauer hin und dann bemerke ich Seufzen, Stöhnen, Schreie, Gekreische, Aufatmen usw. und ich weiß, dass dies Lautäußerungen der Befreiung, Heilung und Erlösung sind. Es ist das Aufatmen, wenn Menschen die Lasten abgenommen werden, das Kreischen, wenn Dämonen ausfahren, das Seufzen, wenn die Macht der Krankheit weicht, wenn jahrelange Ketten und Fesseln abgenommen werden, wenn große Bedrückung weicht. Es ist die Erleichterung, wenn der Klammergriff der Dunkelheit weicht. Es ist der Laut der Freisetzung.
Dieses Feuer ist das Feuer der Befreiung, der Heilung, der Errettung, der Erweckung.

Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, Gefangenen Freiheit auszurufen und Blinden, dass sie wieder sehen, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden, auszurufen ein angenehmes Jahr des Herrn.
Lukas 4,18-19

Dann besehe ich die Beschaffenheit der dunklen Wolke. Es ist ein Gespinst aus unzählbar vielen schwarzen, verworrenen, klebrigen Strängen, Seilen, Schnüren und Fäden, die immer und immer wieder untereinander verwoben sind. Teilweise sind die Fäden haarfein, teilweise dick wie Schiffstaue. Es ist eigentlich wie ein gigantischer schwarzer, klebriger Filz.
Es erinnert mich an die Fäden einer Spinne, die ihr Opfer in ein undurchdringliches Gespinst einspinnt – nur in gigantischen Ausmaßen.
Diese Wolke mag nach meinen Empfindungen mindestens 100 Meter dick sein und erstreckt sich – wie gesagt – so weit das Auge sehen kann.

Mir wird klar, dass jeder einzelne Faden und jedes Seil eine Bindung von Sünde ist, eine sündige Tat, die die Barriere zwischen Gott und Menschen immer mehr verdichtete und verstärkte. Über die Jahrhunderte entstand eine absolut undurchdringliche Barriere aus Abermillionen von Sünden.
Jeder einzelne Faden an sich genommen ist eher unscheinbar, doch der Feind gebrauchte Myriaden von sündigen Taten der Menschen, um diese Trennung aufzurichten, diese Barriere, diese „Feste“, die die Menschen von den Segnungen Gottes trennt und ihnen den Himmel verschließt.

Kriege, Unterdrückung und jede Form von Unrecht, Zauberei, Hexerei, Mord, Abtreibung, Unzucht und alles, was Menschen von Gott entfernt, hat diese Barriere aufgerichtet und immer mehr wachsen lassen, bis der Himmel fest verschlossen war.

Doch das Feuer brennt in diese unüberwindliche Masse ein Loch hinein – ein gewaltiges Loch. Eine Öffnung mit bereits jetzt schon gigantischen Ausmaßen. Die Öffnung in dieser „Wolke“ dehnt sich durch die verzehrenden Flammen immer mehr und mehr aus und öffnet immer weiter den Himmel über dem darunterliegenden Land.

Dann ist das Bild zu Ende.
Gott öffnet den Himmel, Menschen werden frei, Licht leuchtet auf!

 

2. Verzehrendes Feuer

Ich befinde mich wieder oberhalb der schwarzen Wolke. Das große Feuer sehe ich in etwas größerer Entfernung als beim letzten Mal. Es ist wie eine rot züngelnde Feuerwand, die diese dunkle Wolke immer mehr verzehrt und bereits eine riesige, kreisrunde Öffnung hineingefressen hat.

Um mich herum ist alles dunkel und pechschwarz. Doch dort, wo in der Ferne das rote Feuer lodert, strahlt das Licht wie ein scharf gebündelter Lichtstrahl von unten durch die Öffnung nach oben, zum Himmel hin. Ich erkenne kein Ende dieses Lichtstrahles, er scheint in die Tiefe des Himmels zu gehen.
Ich wundere mich wieder über diese eigentümliche Situation und habe einen Moment lang den Eindruck, ich würde mich mit dem Kopf nach unten hängend auf der Unterseite der Wolke befinden, so ungewöhnlich ist das Bild, des von unten, von der Erde, nach oben zum Himmel strahlenden Lichtkegels.

Nach einiger Zeit werde ich aufgefordert, nach oben zum Himmel zu schauen. Außer dem Lichtstrahl ist alles absolut dunkel. Es ist wie ein Blick in die unendliche Weite des nächtlichen Firmaments. Ich nehme keine Sterne oder irgendetwas Helles wahr. Lediglich der Lichtkegel strahlt in das nächtliche Himmelsgewölbe.

Während ich hochblickte, kommt plötzlich etwas wie eine Feuerwalze, eine gigantische Explosion, eine Feuerwolke genau innerhalb des Lichtkegels vom Himmel her nach unter gedonnert. Das Wort, das den Eindruck am besten wiedergibt, ist „Feuersturm“. Es kommt von oben, füllt den Lichtkegel komplett aus und bewegt sich blitzartig Richtung Erde.
Der Lichtstrahl ist wie eine Leitung, wie ein Kanal für diese Feuerwalze. Das Feuer füllt den Lichtkegel vollständig aus. Es bricht innerhalb des Strahles auch durch die dunkle Wolke, auf der ich mich befinde, allerdings ohne diese in irgendeiner Weise sichtbar zu tangieren. Die rote Feuerwand, die die Wolke verzehrt, brennt einfach weiter.

Ich weiß, dass diese explosionsartige Feuersbrunst der Anfang – sozusagen die Vorhut – von dem ist, was danach kommen wird, der Strom des Heiligen Geistes, der ausgeht vom himmlischen Thronsaal.

Kurz darauf blicke ich durch die kreisrunde Öffnung nach unten und sehe Menschen mit erhobenen Händen anbetend in diesem Feuer stehen. Es erfüllt genau den Bereich auf der Erde über dem die Wolke verzehrt und der Himmel offen ist, eine scharf umrissene, kreisrunde Zone.

Ich sehe, dass Menschen herausgehen aus diesem Bereich und auf diese Weise das Feuer weitertragen. Bald schon franst der Kreis am Rand immer mehr aus und wächst dabei. Überall rundum entstehen kleine helle Punkte und Flächen, die wachsen, sich verbinden und zu einem immer größeren Bereich zusammenschmelzen.

Überall, wo dies geschieht und das Gebiet wächst, öffnet sich als Folge davon auch der Himmel immer mehr. Die Öffnung in der Wolke wächst, mehr Licht strahlt auf, das von dem himmlischen Feuer ausgefüllt wird, so dass der Bereich auf der Erde wieder größer wird. Es entsteht eine zunehmende Dynamik und immer mehr Menschen kommen ins Licht.

Ich weiß, dass oberhalb der Wolke alle negativen Mächte im weiten Umkreis panisch geflohen sind, als das Feuer fiel.

Dann sehe ich, dass sich das Feuer vom Himmel, das den Lichtkegel immer noch ganz ausfüllt, verändert hat. Das verzehrende, explosionsartige Feuer ist vorbei und etwas, dass ich als Strom des Heiligen Geistes erkenne, ist an seine Stelle getreten. Es ist ein Strahl, mächtig und viele Kilometer im Durchmesser, der wie glühende, lodernde Lava aussieht jedoch viel heller und transparenter.

Dann ist das Bild zu Ende.
Vor ihm her geht ein verzehrendes Feuer und danach kommt der Strom des Heiligen Geistes.

… es kommt der Tag des HERRN, ja er ist nahe; ein Tag der Finsternis und der Dunkelheit, ein Tag des Gewölks und des Wetterdunkels … Vor ihm her verzehrt das Feuer, und nach ihm lodert die Flamme …
Joel 2,1-3

Die Sünder in Zion sind erschrocken, Zittern hat die Gottlosen gepackt. »Wer von uns kann sich bei verzehrendem Feuer aufhalten? Wer von uns kann sich bei ewigen Gluten aufhalten?« — Wer in Gerechtigkeit lebt und Wahrheit redet, wer den Gewinn der Erpressungen verwirft, wer seine Hände schüttelt, um keine Bestechung anzunehmen, wer sein Ohr verstopft, um nicht von Bluttaten zu hören, und seine Augen verschließt, um Böses nicht zu sehen: Der wird auf Höhen wohnen, Felsenfesten sind seine Burg. Sein Brot wird ihm gegeben, sein Wasser versiegt nie. — Deine Augen werden den König schauen in seiner Schönheit, sehen werden sie ein weithin offenes Land.
Jesaja 33,14-17

Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie wünschte ich, es wäre schon angezündet!
Lukas 12,49

 

© Sigrid und Martin Baron
Veröffentlichung unter Quellenangabe „www.gottes-haus.de“ gestattet

Zur Beurteilung siehe bitte:
1.Korinther 14,1-4+39
1.Thessalonicher 5, 20-21
Amos 3,7-8