Eingeschlossen oder ausgeschlossen?

Martin Baron
Wofür sind Schlüssel da?
Ganz klar: zum Öffnen und zum Schließen. Wozu sonst?
Jeder von uns benutzt völlig selbstverständlich täglich Haustürschlüssel, Autoschlüssel und eine Vielzahl anderer Schlüssel.
Zum Eingang und zum Ausgang. Zum Aufschließen und zum Zuschließen von Türen, von Gattern, von Toren, von Klappen, von Deckeln, von Pforten, von Portalen aller nur denkbaren Art. Von einem Stall genauso wie von einem Hochsicherheitstresor. Von einem Ferienhaus am Strand genauso wie von einer Gefängniszelle, von einer winzigen Schmuckschatulle genauso wie von einem mächtigen Burgtor.
Ein Schlüssel allein ist – wie jedes Kind weiß - völlig wertlos. Er benötigt ein speziell auf ihn abgestimmtes, gestaltetes, passendes Schloss. Ein Gegenüber sozusagen. Genauso ist ein Schloss ohne passenden Schlüssel nicht einsetzbar. Es ist ohne Wert. Schloss und Schlüssel sind füreinander geschaffen. Sie gehören zusammen. Sie funktionieren nur im „Doppelpack“.
Ohne Schlüssel wird ein Schloss für immer entweder offen oder verschlossen bleiben. Der Schlüssel entscheidet, ob ein Schloss geöffnet oder verriegelt ist, ob eine Tür offen oder zu ist, ob eine Möglichkeit vorhanden ist oder nicht.
Ein Mensch, der vor einer Tür steht und keinen Schlüssel zu ihr besitzt, wird ihren Zustand nicht verändern können. Er hat keine „Macht“ über sie. Sie wird entweder geöffnet oder geschlossen bleiben, egal, ob ihm dies nun gefallen mag oder nicht. Nur der Besitzer des Schlüssels entscheidet, ob sich eine Situation verändert oder nicht.
Schlüssel bedeuten deshalb zunächst einmal die Möglichkeit zur Veränderung. Der Zustand „offen“ oder „zu“ kann verändert werden. Gelegenheiten, Chancen, Wege können sich öffnen, oder eben auch verwehrt sein.
Wer den Schlüssel hat, hat die Möglichkeit, über Ja oder Nein zu entscheiden. Jeder andere muss den gegebenen Zustand akzeptieren. Wer den Schlüssel hat, besitzt die Macht, die „Schlüsselgewalt“, um diese Möglichkeiten zu öffnen oder zu verschließen. Er kann Dinge ermöglichen oder eben auch unmöglich machen. Er kann Wege versperren oder öffnen. Jeder Schlüssel bedeutet die Autorität, die bestehende Situation zu verändern. Denk nur einmal an ein Gefängnis. Oder an eine Tresoranlage. Oder an ein Museum, in dem die Menschen Dinge aufbewahren, die sie für wertvoll erachten. Schlüssel sind ein Symbol für Herrschaft.
Schlüssel stehen auch für Separation. Entweder ist man drinnen oder man ist draußen. Entweder ist man eingeschlossen oder man ist ausgeschlossen. Entweder ist man dabei oder man ist nicht dabei. Ein Schlüssel steht für Entweder-Oder, für Auf oder Zu, Schwarz oder weiß, Ja oder Nein. Es gibt nur zwei Möglichkeiten.
Wir sprechen von einer „geschlossenen Gesellschaft“ oder einer „geschlossenen Veranstaltung“. Ohne gültigen Schlüssel – in diesem Fall eine persönliche Einladung – kommt man nicht hinein.

Zum anderen bedeuten Schlüssel auch Sicherheit. Das ist offensichtlich. Menschen verschließen sich, ihre Lieben und ihr Hab und Gut, um sicher zu sein. Eine ganze Industrie lebt davon. Man schützt sich und sondert sich in einer gewissen Weise von der Außenwelt ab. Die Bibel spricht immer wieder davon, dass unser Widersacher, der Teufel, ein Dieb ist. Er will kommen um zu stehlen, zu würgen und umzubringen (Johannes 10,10). Es ist gut, Dinge, die uns wichtig und heilig sind, vor ihm zu verschließen und dafür zu sorgen, dass sie seinem Zugriff entzogen sind. Es ist lebensnotwendig. satan will Dinge rauben, die ihm nicht gehören. Adams Fehler war einst, dass er genau an dieser Stelle versagte. So raubte ihm der Feind die Herrschaft und Autorität über die Schöpfung. Welch unvorstellbar tragischer Verlust!
Wir selbst haben das, was uns lieb und wert ist – und das gilt für geistliche Dinge wie auch für ganz natürliche – weise zu schützen. Auch David wusste das. Die Psalmen sind voll von dem Gedanken, dass wir in Gott unsere Zuflucht, unseren Schutzraum vor dem Feind, unsere „shelter“, unsere feste Burg haben; unseren Bereich der Sicherheit, aus dem kein teufel etwas rauben kann:
Der HERR ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter, mein Gott ist mein Hort, bei dem ich mich berge, mein Schild und das Horn meines Heils, meine hohe Feste.
Psalm 18,3
Ganz eindringlich zeigt sich uns dieser göttliche Schutzraum in der Begebenheit mit Noah und der Flut. Gott beauftragte Noah, die Arche zu bauen. Seine Mitmenschen spotteten und lachten, als Noah sie sicherlich immer wieder und wieder einlud, doch rechtzeitig mit in die Arche hinein zu kommen. Lange, sehr lange, war die Möglichkeit zur Rettung für jedermann gegeben. Jeder hätte kommen können, die Tür der Arche stand weit offen. Doch das Angebot schien gar zu weit weg vom normalen, „realen“ Leben zu liegen, schien zu spinnert und sonderlich zu sein und niemand nahm das Angebot an. Doch irgendwann kam der Zeitpunkt des „zu-spät“. Niemand Geringeres als Gott höchstpersönlich verschloss die Tür zur Arche, was ich im Übrigen für sehr bemerkenswert erachte, griff Gott doch hier tatsächlich richtig „handgreiflich“ ein:
Und sie gingen zu Noah in die Arche, je zwei und zwei von allem Fleisch, in dem Lebensodem war. Und die, die hineingingen, waren je ein Männliches und ein Weibliches von allem Fleisch, wie Gott ihm geboten hatte. Und der HERR schloss hinter ihm zu.
1.Mose 7,15-16
Zunächst schien sich nichts verändert zu haben – es dauerte Tage, bis der erste Regentropfen fiel – und doch war die Tür verschlossen und der Untergang besiegelt. Jeder der in der Arche war, war in Sicherheit; jeder, der draußen war, war zum sicheren Tode verurteilt.
Gott selbst hatte den Schlüssel zur Arche. Und wenn er etwas verschließt, dann ist es wahrhaftig verschlossen. Keine Macht des Universums besaß die Möglichkeit, diese Tür wieder öffnen zu können – nur er allein.
Im Neuen Testament erzählt Jesus ein Gleichnis, das diese Thematik ganz ähnlich aufgreift. Wir alle kennen die Geschichte mit den 5 klugen und den 5 törichten Jungfrauen. Dort heißt es:
Als sie aber hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam, und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Tür wurde verschlossen.
Matthäus 25,10
Die Botschaft dieser beiden Berichte lautet: Geht auf die Einladung ein, schlagt sie nicht aus. Seid wachsam und weise! Nutzt die Zeit aus! Schlaft nicht! Seid jetzt aktiv! Verlasst euch nicht auf andere! Ergreift die Möglichkeit, so lange sie sich euch bietet! Denn ansonsten gibt es auch für euch ein „zu-spät“.

Die Tür zum Haus Gottes steht für Jedermann offen, der Jesus Christus als Herrn und Retter für sich persönlich angenommen hat. Jesus ist der Schlüssel zum ewigen Leben. Und er ist der absolut einzige Schlüssel. Mancher andere, der behaupten mag, die Tür zu Gott öffnen zu können, mag für uns vielleicht auch wie ein brauchbarer „Schlüssel“ aussehen, doch nur der „Jesus-Schlüssel“ passt wirklich ins Schloss zu Gottes Haus. Jeder, wirklich absolut jeder andere Schlüssel, wird dieses Schloss nicht öffnen können, selbst, wenn er vielleicht ganz vielversprechend aussehen mag. Denn eins ist klar: zu jedem Schloss passt nur ein einziger Schlüssel und zum Haus Gottes heißt dieser: Jesus Christus.
Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er errettet werden…
Johannes 10,9
Deshalb muss man diesen wertvollen Schlüssel annehmen und ergreifen, solange das Angebot Gottes besteht. Dieser Schlüssel ist wichtig. Mögen auch andere Türen in unserem Leben verschlossen bleiben – Karriere, Geld, Einfluss, Gesundheit –, dies ist es, was wirklich zählt. Gott bietet ihn uns an. Er möchte, dass wir in sein Haus kommen. Er liebt uns. Er lädt uns ein. Er hält ihn uns hin, wir brauchen ihn nur zu ergreifen. Wer diese Gelegenheit verstreichen lässt, wird einmal vor verschlossenen Türen stehen. Und zwar vor Türen, die in alle Ewigkeit verschlossen bleiben werden.
Doch wer Gottes Angebot jetzt, heute, hier, in diesem Leben annimmt, der wird in Ewigkeit in unvorstellbarer Herrlichkeit in Gottes Gegenwart leben dürfen.
Was ist zu tun?
Nichts anderes als Jesus Christus, den Schlüssel zu Gott anzunehmen und als seinen persönlichen Retter zu akzeptieren.
Viele Menschen suchen nach dem Schlüssel für Sinn, Halt, Freude, Erfüllung für ihr Leben. Denn sie erleben, dass diese Dinge ihnen verschlossen sind. So suchen sie in Esoterik, in Meditation, in Okkultismus, in Arbeit, in Karriere, in materieller Erfüllung, in tausend verschiedenen Dingen.
Doch schon bald merken sie, dass das, wonach sie sich wirklich sehnen, immer noch so verschlossen vor ihnen ist, wie die Süßigkeiten, die hinter einer Schaufensterscheibe liegen, für die Kinder, die davor stehen.
Gott hat dir und mir einen großen Schlüsselbund anvertraut. Einen sehr großen. Mit einer großen Zahl gleicher Schlüssel. Es sind Schlüssel zum ewigen Leben, die wir an diese enttäuschten Menschen weitergeben sollen. Halte die Augen auf, wo Menschen suchen.
Denn das, was sie suchen, hast du aus Gottes Hand zum Weitergeben erhalten. So gib es weiter. Hab keine Furcht. Mancher wird es ablehnen. Aber mancher wird es auch mit Freuden annehmen.
Du hast den Schlüssel, der Menschen die Tür zum ewigen Leben öffnet. Gott hat ihn dir anvertraut, einen Schlüssel, der über ewiges Leben oder ewigen Tod entscheidet.
Der Schlüssel ist die gute Botschaft, das Evangelium. Der Schlüssel ist das Heil in Jesus. Du hast den Schlüssel gebraucht für dich und vielleicht für einige wenige aus deiner Familie oder deinem Freundeskreis.
Doch was ist mit denen, die draußen verzweifelt nach etwas suchen, das ihrem Leben Sinn und Halt gibt? Es liegt an dir, ob du diesen Menschen den Schlüssel anbietest oder nicht.
So viele Menschen suchen.
Du hast das, was sie suchen.
Was tust du damit?
Komm in Gottes Haus.
Und bring andere mit.
© Sigrid und Martin Baron
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