Ein neues Leben

Die uralte biblische Geschichte von Noah.
Bekannt schon von der Kinderzeit.
Bekannt schon seit Jahren.
Und so leicht übersieht man deshalb die eigentliche Botschaft des Berichtes.
Es ist eine Geschichte des Vertrauens.
Eines Vertrauens trotz jahrelanger Schwierigkeiten,
Blockaden,
Grenzen
und scheinbarer Unmöglichkeiten.
Noah vertraute Gott,
dass er keine Fehler macht,
dass er seine Zusagen hält und
dass er das tut, was scheinbar so unmöglich ist.
Noah ging das Wagnis mit Gott ein.
Gegen die Meinung von allen anderen,
gegen Spott, Hohn und Kopfschütteln.
Noah musste sich durchbeißen gegen all das Unverständnis.
Und über Jahre hinweg schien er falsch zu liegen,
schien es so, als ob sich nie etwas ändern würde,
als ob die Stimmen der Spötter für immer recht behalten würden.
Doch Noah hielt an der Vision fest,
die Gott ihm für sein Leben gegeben hatte.
Und irgendwann ging die Reise los.
Eine Reise ins Unbekannte, ins Ungewisse, ins Neue.
Zunächst sah alles furchtbar aus, schmerzhaft, zerstörerisch.
All das, was er kannte, in dem er gelebt hatte, was ihm vertraut war,
er musste es hinter sich lassen …
doch es war der einzige Weg in die Sicherheit, in das Neue, ins Leben.
Zunächst war alles so öde, so mühsam, so irritierend,
doch irgendwann strahlte ihm das Licht direkt ins Gesicht
und erstaunt stellte er fest, dass sich alles verändert hatte
… auch er selbst.
Das alte Leben – sein altes Leben – gab es nicht mehr,
das war komplett untergegangen,
verschwunden,
von den Wellen verschlungen.
Und mit ihm auch all die Ablehnung, der Spott, die höhnenden Stimmen.
Alles war neu.
Und plötzlich nahm er alle Dinge anders wahr.
Das Licht hatte alles verändert,
alles, was sein Leben ausmachte.
Als seine Reise zu Ende war,
stieg er aus seinem sicheren Schutzbereich, seiner Arche, heraus
und ging in ein völlig-absolut-total-umfassend neues Leben hinein.

Und er sah etwas, dass er noch niemals gesehen hatte.
Er sah Gottes Versprechen an ihn,
das Versprechen eines neuen Lebens,
eines echten Neuanfangs.
Er sah die Zusage Gottes,
dass er seine Hand nicht von ihm zurückziehen würde,
dass es sich gelohnt hatte auf die Reise zu gehen
und ihm allein ganz zu vertrauen.
Er sah etwas,
dass ihm klar machte, dass es ein lohnendes Ziel war,
zu dem er sich voller Vertrauen aufgemacht hatte,
heraus aus seinem alten Leben,
seinen alten Beziehungen, Bindungen und Bedrängnissen.
Er sah das Zeichen des echten Neuanfangs.
Er sah den Regenbogen.
© Sigrid und Martin Baron
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