Teil 7: Ausgrenzung

Während sich der neue Aufbruch in den meisten Gemeinden und Gemeinschaftsverbänden weiter ausbreitete, formierten sich bald auch die Gegner der Bewegung.

Diese entstammte ja nicht einer deutschen, lutherisch geprägten und theologisch akzeptierten Institution, sondern war ein etwas befremdlicher Aufbruch am anderen Ende der Erde, in den als unterentwickelt angesehenen USA (Stichwort: Wilder Westen). Er kam aus einer Demokratie und noch dazu aus den untersten gesellschaftlichen Schichten. Und noch schlimmer: der Leiter war ein Schwarzer, ein Einäugiger, der sein Auge durch eine Pockenepidemie verloren hatte, Sohn von Sklaven. Und das sollte etwas sein, das von Gott kam?

All das erschien absurd. Es war völlig entgegen dem Denken im deutschen Kaiserreich. Schwarze waren Leute, die man missioniert, aber doch nicht als geistliche Leiter akzeptiert. Dieser Aufbruch war absolut „undeutsch“.

Einige der Gegner beriefen am 15.09.1909 eine Konferenz in Berlin ein, zu der 60 Männer erschienen. Ein Ausschuss verfasste eine schriftliche Erklärung über die Meinung der Anwesenden zu der in ihren Augen bedenklichen Entwicklung. Das Ergebnis dieser Beratung wurde als die sogenannte „Berliner Erklärung“ vorgelegt und von 56 der Anwesenden unterschrieben.

Diese 56 Christen stellten keinen repräsentativen Querschnitt der geistlichen Leiterschaft oder gar des Leibes Christi in Deutschland dar. Sie unterzeichneten lediglich als Privatpersonen eine private Stellungnahme.

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