Teil 6: Die Tragödie beginnt

Aufgrund des gut vorbereiteten Bodens unter den erwartungsvollen Christen in Deutschland wurde der neue Aufbruch von den „erweckten Kreisen“ zunächst begeistert und vorurteilsfrei aufgenommen. Die Sehnsucht und Erwartung war groß und nun endlich, nach so langem Warten, wirkte Gott auf solch unerwartete Weise.

Die neue Bewegung besaß jedoch eine innewohnende Dynamik mit äußerlichen Begleiterscheinungen, die der geistlichen Leiterschaft in den verschiedenen christlichen Gruppierungen weitgehend unbekannt war.

Die vom Heiligen Geist ergriffenen Menschen reagierten mitunter mit diversen seelischen Manifestationen, die die teilweise sehr auf preußische Ordnung bedachten Christen irritierten, befremdeten und abstießen. Sollte dieses „undeutsche“ Wirken tatsächlich der Heilige Geist sein?

Daneben sorgte vor allem das Sprachengebet der „Zungenleute“ für Gesprächsstoff. Geistliche Leiter sahen sich massiv vor das Problem gestellt, einerseits das Wirken des Heiligen Geistes nicht zu dämpfen, andererseits aber auch dem Schreckgespenst eines „Schwarmgeistes“ keinen Raum geben zu wollen.

Im Juli 1907 kam es zu den sog. „Kasseler Vorgängen“, die die Diskussion in der nationalen geistlichen Leiterschaft über die schwierige Thematik nach einiger Zeit eskalieren ließen. Diese Vorfälle sorgten für Irritation unter der deutschen Christenheit, Verunsicherung und dem Ruf nach einem klärenden Wort. 

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